Lange war darüber spekuliert worden, jetzt ist es auch vom Vatikan bestätigt: Erzbischof Georg Gänswein, einstiger Privatsekretär des verstorbenen Papstes Benedikt XVI., kehrt vorläufig als Privatmann ins Erzbistum Freiburg zurück.
Erzbischof Georg Gänswein kehrt zum 1. Juli in sein Heimatbistum Freiburg zurück.
Wie das vatikanische Presseamt mitteilt, habe Papst Franziskus verfügt, dass Erzbischof Gänswein mit Wirkung vom 1. Juli vorläufig in seine Heimatdiözese Freiburg zurückkehrt. Ohne weitere Details zu nennen, heißt es in dem Kommuniqué, dass der aus Riedern am Wald stammende Gänswein sein Amt als Präfekt des Päpstlichen Hauses am 28. Februar dieses Jahres beendet habe. Da der langjährige päpstliche Privatsekretär weiterhin Priester der Erzdiözese Freiburg ist, bleibt das Erzbistum für seine Versorgung zuständig.
Laut Medienberichten hatte Papst Franziskus im Rahmen einer Privataudienz Gänswein schon am 19. Mai angewiesen den Vatikan bis zum 1. Juli zu verlassen und in sein deutsches Heimatbistum zurückzukehren. Zuvor war auch darüber spekuliert worden, ob Gänswein einen Posten als Papstbotschafter in Costa Rica bekommt oder er künftig ein hohes Kirchenamt in Deutschland bekleiden könnte. Mit Paderborn, Bamberg und Osnabrück sind schließlich derzeit gleich drei deutsche Bischofs- bzw. Erzbischofsstühle vakant. Noch am 17. Mai, also zwei Tage vor der mutmaßlichen Entscheidung des Papstes, hatte Gänswein bei einer Veranstaltung des Presseclubs Wiesbaden seine Zukunft als offen geschildert. Damals sprach er von einer „Phase des Überlegens“, in der sowohl er als auch der Papst Vorschläge machten.
Die Rückkehr in die Heimat mag für Gänswein kein leichter Schritt sein - doch auch das Erzbistum Freiburg dürfte sich schwer tun, für den streitbaren Kirchenmann eine adäquate Aufgabe zu finden. Welche das sein könnte, ist dem Vernehmen nach noch nicht entschieden. (KNA/KBL)