Die Nummer eins macht Offenburg

24.03.2026 |

Der Erzbischof und der Generalvikar haben eine Besuchsreihe der besonderen Art gestartet. In den nächsten Monaten und Jahren sollen alle 36 neuen Pfarreien besucht werden, um dort mit den  Gläubigen ins Gespräch zu kommen und mit ihnen Gottesdienst zu feiern. Nun machten sie ihre erste Station in der Kirchengemeinde Mittlere Ortenau in Offenburg ...

Das Zuhören und der Austausch stehen für Erzbischof Stephan Burger im Mittelpunkt bei der Besuchsreihe. Auch in Offenburg wurden die Herausforderungen und die Probleme angesprochen, die die neuen Strukturen mit sich bringen. Aber auch das, was sich dadurch verbessert hat. 
 
Die Sonne schickte frühlingshafte Strahlen auf die Kirche Heilig Kreuz in Offenburg und das angrenzende Pfarrzentrum, als sich auf den Stufen zwischen Kirche und Mariensaal die pastoralen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der neuen Pfarrei Offenburg Heilig Kreuz aufstellten. Mittendrin: Erzbischof Stephan Burger und Generalvikar Christoph Neubrand. Die hatten in Offenburg die erste Station einer besonderen Besuchsreihe. Im Rahmen der neuen Struktur der Erzdiözese mit seinen 36 Pfarreien, die im Zuge des Prozesse Kirchenentwicklung 2030 entstanden sind, wird der Erzbischof alle 36 Pfarreien in den kommenden Monaten und Jahren besuchen.
Das Ziel: mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen, zuzuhören, wo vielleicht der Schuh drückt, und die Menschen bei diesem Prozess mitzunehmen und zu begleiten. Immerhin dem „größten Transformationsprozess in der Geschichte des Erzbistums“, wie Erzbischof Burger immer wieder betont hat.
 
"Wir sind am Anschlag"
 
Nun war also Offenburg die erste Station und damit die Kirchengemeinde Mittlere Ortenau, die 31 Gemeinden und Städte und Orte wie Kehl, Gengenbach und Schutterwald mit einschließt. Im Mittelpunkt des Besuches, der mehrere Stunden dauerte, stand vor allem das Gespräch und der Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die seit dem 1. Januar 2026 vor Ort praktisch umsetzen, was zuvor auf Bistums- und Pfarreibene im Rahmen der „Kirchenentwicklung 2030“ geplant und vorbereitet worden ist. Darunter zunächst ein Gespräch mit dem sogenannten Kernteam und dem Verwaltungsvorstand. Nach einer kurzen Stärkung mit Kaffee und Hefezopf wurde dann der Kreis erweitert und die hauptberuflichen pastoralen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tauschten sich mit dem Erzbischof und dem Generalvikar aus. Dabei ging es vor allem darum zu schauen, was bisher gut läuft und wo noch nachgebessert werden muss. Auch Wünsche an die Diözesanleitung konnten formuliert werden. Wünsche wie jene nach einer besseren „IT-Versorgung“, die die Kommunikation untereinander erleichtere. Gleichzeitig konnte aber auch der Ist-Stand formuliert werden. So betonte eine Frau: „Wir sind am Anschlag“ und verwies damit auf die hohe Arbeitsbelastung, die sie und viele ihrer Kollegen und Kolleginnen in den letzten Monaten hatte.  
 
Den Höhepunkt des Besuchstages bildete ein Festgottesdienst mit vielen Ministranten und den Gläubigen der neuen Kirchengemeinde in der Pfarrkirche Heilig Kreuz in Offenburg.
 
„Es braucht das gemeinsame Hören auf Gottes Wort"
 
Höhepunkt des Besuches bildete dann die Feier eines gemeinsamen Festgottesdienstes mit den Menschen aus der ganzen Pfarrei. In seiner Predigt betonte der Erzbischof, dass der Strukturprozess kein Selbstzweck sei: „Strukturen sind hilfreich. Sie sind wie Grundgerüste, die stabilisieren und tragen helfen. Sie ersetzen jedoch nicht das Leben, das sich in ihnen und durch sie entfalten will.“ Passend zum Josefstag griff der Erzbischof das Bild des heiligen Josef auf, der sich als Zimmermann selbst als ein Werkzeug Gottes verstand: „Nur wenn wir selbst lernbereit  bleiben, auf Gottes Wort zu hören, unser Leben in der Gemeinschaft Gottes und untereinander auszurichten, (…) werden wir zu den Werkzeugen, mit denen das Reich Gottes auch in einer neuen Pfarreistruktur Gestalt gewinnen kann.“
Die Herausforderungen, die mit dem Prozess unumgänglich mit einhergehen, könnten nur gemeinsam bewältigt werden, unterstrich der Erzbischof im weiteren Verlauf seiner Predigt: „Es braucht das gemeinsame Hören auf Gottes Wort. Es braucht die gemeinsame Stärkung durch die Sakramente. Es braucht das gegenseitige Wohlwollen und Vertrauen in dem einen Bewusstsein, für Gott und die Menschen unterwegs zu sein.“
 
Abschließend verwies er einmal mehr auf den unermüdlichen Einsatz der vielen Beteiligten, die an der Kirchenentwicklung 2030 mitgewirkt haben, und brachte seinen Dank zum Ausdruck: „Von Herzen möchte ich Ihnen heute auch danken für all den Einsatz und Ihr Mühen, sich den Herausforderungen der vergangenen Jahre gestellt zu haben und auch bereit zu sein, die neuen Schritte in die Zukunft zu wagen“.
 
KBL
Termine
Die nächsten Besuchstermine des Erzbischofs in 2026 sind: 23. April Oberkirch, 17. September Karlsruhe, 8. Oktober Lörrach, 19. November Pforzheim. Alle weiteren Pfarreien folgen bis 2030.