11.02.2025 |
Rekordbeteiligung: Zum 15. Mal wurde der Umweltpreis der Erzdiözese Freiburg verliehen
Das Erzbistum Freiburg hat zum 15. Mal einen Umweltpreis für kreative und innovative Projekte, Aktionen, Veranstaltungen oder Bauvorhaben vergeben, die zum Klimaschutz und zur Bewahrung der Schöpfung beitragen. Gewinner des Umweltpreises 2024 ist die Kolpingsfamilie Weingarten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Verleihung des Umweltpreises 2024 im Collegium Borromaeum. Sie stehen für viele andere, die sich im Erzbistum Freiburg für die Bewahrung der Schöpfung engagieren.
Unter der Schirmherrschaft von Weihbischof Peter Birkhofer und Christiane Averbeck von der Klima-Allianz Deutschland konnten sich alle kirchlichen Gruppen, Verbände, Stiftungen, Einrichtungen, Seelsorgeeinheiten, Pfarreien und Ordensgemeinschaften in der Erzdiözese Freiburg sowie die Verbände und Einrichtungen des diözesanen Caritasverbandes beteiligen. Zehn Projekte wurden prämiert. Die Preisträger kommen aus dem gesamten Gebiet der Erzdiözese Freiburg, von Waldshut-Tiengen bis Mannheim.
Mit dem ersten Preis wurde in diesem Jahr die Kolpingsfamilie Weingarten ausgezeichnet. Sie erhielt 2600 Euro für das ebenso originelle wie alltagstaugliche und nachhaltige Projekt „Boomerang Bag“, eine wiederverwertbare, selbst genähte Tasche aus Baumwolle, die kostenlos in den Geschäften mitgenommen werden kann. Bereits 2019 entstand in der Weingartener Kolpingsfamilie die Idee, wiederverwertbare Taschen aus recyceltem Material zu entwerfen. Aus Stoffresten werden seither in Nähtreffs bunte Einkaufstaschen genäht, die aktuell in acht Geschäften in Weingarten ausliegen und von deren Kundschaft kostenlos genutzt werden können. Nach Gebrauch kann die Boomerang Bag dort auch wieder abgegeben werden, daher auch ihr Name, da sie – wie der traditionelle Bumerang aus Australien – wieder zurückkehren soll. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen und Einwegtüten zu vermeiden. Heute sind bereits rund 1000 Taschen im Umlauf.
Den zweiten Platz des Umweltpreises belegt das Mädchengymnasium St. Dominikus in Karlsruhe: Die Schule hat ein verbindliches Umweltcurriculum für alle Klassenstufen entwickelt. Damit wird das Thema Umwelt dauerhaft in den Schulalltag integriert. Den dritten Platz belegen die Weltladen AG und die Instagram AG des St. Ursula Gymnasiums Villingen, in enger Kooperation mit der Carl-Orff-Schule, mit einer umfangreichen Unverpackt-Aktion.
Die Lebensmittelretter von St. Peter und Paul
Mit dem vierten Preis wurde das Gemeindeteam St. Peter und Paul in Freiburg-St. Georgen ausgezeichnet, das zwischen Kirche und Kindergarten eine Sammelstelle für nicht gebrauchte, aber noch gut verwertbare Lebensmittel eingerichtet hat. St. Peter und Paul steht damit stellvertretend für mindestens fünf ähnliche Aktionen im Erzbistum.
Der Kindergarten St. Patricius in Rosenfeld/Heiligenzimmern erhielt den fünften Preis. Hier lernen die Kinder durch regelmäßige Aktionen im Blick auf den Umgang mit Menschen, Tieren und Pflanzen, wie wichtig die Bewahrung der Schöpfung ist. Überaus originell ist das Engagement von Schülerinnen und Schülern des Ursulinen-Gymnasiums in Mannheim, die den sechsten Platz belegten. Sie konstruierten in Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Mannheimer Bläserphilharmonie Musikinstrumente aus unterschiedlichsten Arten von Müll, den sie zuvor gesammelt hatten, um dann auf der Bundesgartenschau ein Konzert zu veranstalten.
Als Vorreiter in Sachen klimaneutrales Bauen erhielt die Kirchengemeinde St. Georgen-Hexental in Freiburg den siebten Preis. Hier gestaltete der Architekt Matthias Betz zusammen mit der Firma Grünspecht einen klimaneutralen Anbau für den kirchlichen Kindergarten. Holz, Stroh und Lehm bilden die natürlichen Grundstoffe.
Eine Art Pilotprojekt ist auch die von der Caritas Hochrhein getragene Tagespflege und Sozialstation Hotzenwald in Segeten. Im Blick auf die Reduzierung des Energieverbrauchs und des CO₂-Ausstoßes setzt die Einrichtung Maßstäbe und belegte den achten Platz. Dahinter konnte sich die Upcycling-Werkstatt der Franziskanerinnen in Gengenbach platzieren. Hier fertigen Schwestern und weitere Frauen aus alten Werbeprospekten und Veranstaltungsbannern Körbe und Einkaufstaschen.
Auf Nachhaltigkeit setzt auch die BDKJ-Dekanatsleitung in Karlsruhe. Den Verantwortlichen ist es gelungen, im Blick auf die Verpflegung bei den Ferienlagern des BDKJ konsequent regionale und saisonale Produkte einzusetzen und bei der Beschaffung von Textilien ebenfalls auf eine faire Produktion zu achten.
„Die Schöpfung darf uns nicht gleichgültig sein“
Bemerkenswert ist die hohe Zahl der Bewerbungen, die für den 15. Umweltpreis abgegeben wurden. Mit 38 Einsendungen wurde ein neuer Rekord erreicht. Eine unabhängige Jury, der auch ein Vertreter der Konradsblatt-Redaktion angehörte, ermittelte die zehn Preisträger. Schirmherr Weihbischof Peter Birkhofer verwies im Rahmen der Verleihung auf die Bedeutung des Umweltpreises. „Wenn in den dreißig Jahren Umweltpreis 148 unterschiedlichste, kreative, fantasievolle und fantastische Projekte prämiert und 134 000 Euro Preisgelder ausbezahlt wurden, dann bringt die Erzdiözese damit deutlich zum Ausdruck, dass uns die Schöpfung nicht gleichgültig ist und nicht gleichgültig sein darf“, so Birkhofer.