Am Sonntag, 10. Mai, wird Erzbischof Stephan Burger im Freiburger Münster zwei Männer zu Priestern weihen: Markus Rombach aus Lenzkirch im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald und Lukas Röder aus Grünsfeld-Paimar im Main-Tauber-Kreis.
Lukas Röder (links) und Markus Rombach: Beide angehenden Neupriester waren früh durch die Familie und Pfarrei mit dem Glauben verbunden.
Fast eineinhalb Jahrzehnte lang hat Markus Rombach als Grund- und Hauptschullehrer Wissen an Kinder und Jugendliche vermittelt. Nun freut er sich darauf, dass er am 10. Mai von Erzbischof Stephan Burger im Freiburger Münster zum Priester geweiht wird.
Von einem besonderen Berufungserlebnis würde Rombach nicht sprechen. „Man könnte eher sagen, es war ein allmähliches Wachsen und Erkennen dieser Berufung“, so schildert es der 44-Jährige. Eine Grundlage dafür sei die enge Verbundenheit mit Glaube und Kirche in seiner Heimatpfarrei St. Nikolaus Lenzkirch (Kirchengemeinde Hochschwarzwald) gewesen, in der er sich stets engagierte. Die Bandbreite war groß und reichte vom Kommunionhelfer, Organisten und Kantor bis zum Einsatz in kirchlichen GremieAuch die Jugendarbeit fehlte nicht. Den passenden Ton traf er als Sänger in unterschiedlichen Chören. Dies brachte wiederum auch Kontakte zu den Nachbargemeinden mit sich.
Weitere kleine Erfahrungen prägten Markus Rombach: einzelne Worte aus dem Gesangbuch zum Beispiel, Liedtexte oder auch Bibelverse, die zu einer Auseinandersetzung mit der Frage der Berufung führten. Mindestens genauso wichtig waren Gespräche mit verschiedenen Menschen. „All diese vielen Bausteine führten schließlich zu der immer wiederkehrenden Frage: Möchte ich meinem Leben nicht nochmal eine andere, tiefere Richtung geben?“ Die Antwort lautete „Ja“. So trat Rombach im Jahr 2019 ins Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg ein. Nach den Jahren des Studiums und einem Praktikum in Mannheim absolvierte der Theologe zuletzt sein Pastoralpraktikum und Diakonatsjahr in Tauberbischofsheim.
Kritische Reaktionen sind dem angehenden Priester nicht fremd. „Einzelne Verwandte und Freunde haben anfangs gesagt: ,Wir haben immer befürchtet, dass dieser Tag irgendwann kommen wird.‘“ Nach einer gewissen Zeit hätten diese Wegbegleiter ihn aber ebenso in seiner Berufung unterstützt.
„Glaube heißt für mich, eine lebendige Beziehung zu Gott zu haben, die ein Stück weit vergleichbar ist mit der Beziehung zu einem Ehepartner oder einem guten Freund“, sagt Markus Rombach. Wie in familiären und freundschaftlichen Kontexten gelte es auch hier, die Beziehung zu pflegen – in Gottesdiensten, im persönlichen Gebet und auch in der Schriftbetrachtung. Besonders bei schwierigen Entscheidungen suche er das Gebet. „Dann stellt sich doch oft eine innere Ruhe ein und ich merke: Diesen Weg kannst du wagen. Und in der Regel passt er dann auch ganz gut zu mir.“ Glaube habe viel mit Vertrauen und Getragensein zu tun.
Die Entscheidung Priester zu werden, ist bei Markus Rombach über viele Jahre hinweg gereift. „Man könnte sagen, es waren viele kleine Puzzleteile, die im Laufe der Zeit ein stimmiges Bild ergeben haben.“ Zu diesen gehörte auch die Erfahrung während seiner Diakonatszeit, wie schön und erfüllend es sein kann, Menschen in den unterschiedlichen Lebenslagen zu begleiten. Natürlich werde nicht immer alles einfach sein, und die anstehenden Aufgaben in den Pfarreien und in der Seelsorge erfüllten ihn auch mit großem Respekt. Doch in allen Gemeinden habe er sehr viele großartige Menschen kennengelernt. Daher stehe für ihn fest: „Gemeinsam und mit dem Beistand von oben wird es gut werden.“
Auch Lukas Röder brauchte einen kleinen Umweg, um zu seiner bereits früh angelegten priesterlichen Berufung zu finden. „Aber gerade das hat mir gezeigt, dass Berufung oft nicht einfach auf einen Schlag klar ist, sondern wachsen und reifen darf“, stellt der 33-jährige fest.
Bei Lukas Röder stand zuerst eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik an. Erst danach folgten das Abitur im Spätberufenenseminar St. Matthias in Waldram (Oberbayern) und das Priesterseminar Collegium Borromaeum in Freiburg, um Theologie zu studieren – inklusive eines Studienjahres in Rom. Geprägt hatte ihn aber bereits zuvor sein Onkel, der Priester war und den er oft in seiner Pfarrei besuchte. Nicht zu vergessen die katholische Erziehung in der Familie. Der entscheidende Wegpunkt seines Lebens war für ihn rückblickend jedoch bereits die Erstkommunion: „In der Begegnung mit Jesus in der Eucharistie wurde damals etwas in mir grundgelegt, das meinen weiteren Lebens- und Glaubensweg bis heute trägt“, sagt er.
Eine weitere tiefe Erfahrung sei für ihn die Begegnung mit der Gemeinschaft vom Lamm beim Weltjugendtag 2011 in Madrid gewesen. „In ihr habe ich eine geistliche Heimat gefunden, die meinen Glauben vertieft und meinen Berufungsweg entscheidend mitgeprägt hat“, betont er. Nach dem Studium führte ihn dieser Weg zum Praxissemester nach Konstanz-Petershausen und dann nach Wiesloch, wo er inzwischen seit 2025 als Diakon wirkt.
Dabei hat ihn gerade die Begleitung von sterbenden und trauernden Menschen bewegt. „Ich durfte erleben, wie tragend Glaube, Hoffnung und Liebe selbst in schweren und schmerzvollen Situationen sein können“, betont er. Besonders eindrücklich bleibt ihm eine Begegnung am Weihnachtstag im Hospiz in Erinnerung, als eine Mutter und ihre Tochter am Sterbebett ihres Mannes und Vaters einander und dem Sterbenden so viel Liebe und Zuneigung schenkten. „Inmitten dieser schmerzlichen Situation wurde für mich Gottes Liebe, Nähe und Zuwendung auf besondere Weise sichtbar und spürbar“, sagt Lukas Röder.
Zugleich verweist er auf seine Heimatgemeinde St. Laurentius Paimar (Kirchengemeinde Lauda), in der er schon als Ministrant und in vielen Bereichen der Jugendarbeit, beispielsweise bei der Sternsingeraktion oder bei Taizégebeten Verantwortung übernahm. „In dieser Zeit durfte ich vielen Menschen begegnen und mit ihnen gemeinsam unterwegs sein“, betont er. Dabei wuchs nicht nur seine persönliche Gottesbeziehung, sondern auch der Wunsch, in und für die Kirche zu wirken – „vielleicht sogar als Priester“. Von seiner Familie, den Freunden und vielen Wegbegleitern erfährt Lukas Röder viel Zuspruch. „Ihre Ermutigung, ihre Freude und ihre Verbundenheit sind für mich ein großes Geschenk und eine wertvolle Stütze“, betont er. Die Berufung zum priesterlichen Dienst sei für ihn nicht zuerst eine Frage persönlicher Fähigkeiten oder Kompetenzen, sondern Antwort auf den Ruf Gottes, „der mit dem, was er in mich hineingelegt hat, sein Reich aufbauen und seine Kirche gestalten will“.
Konradsblatt
Die Weihe
Erzbischof Stephan Burger wird Markus Rombach und Lukas Röder am Sonntag, 10. Mai zu Priestern weihen. Der feierliche Gottesdienst im Freiburger Münster beginnt um 14.30 Uhr und wird auch im Livestream übertragen: www.ebfr.de/livestream