Die Magie liegt in uns

08.01.2024 |

Bereichernd und prägend hat Kiana Taiari ihre Schulzeit erlebt. Und ganz nebenbei hat ihr die Klosterschule  Unserer Lieben Frau in Offenburg den Weg geebnet,  um in Deutschlands Magier-Elite aufzusteigen.  Ein persönlicher Erfahrungsbericht ...

Von Kiana Taiari
 
Es ist mir eine große Freude und Ehre, über meine persönlichen Erfahrungen als Absolventin eines Mädchengymnasiums zu berichten. Die Zeit, die ich an dieser Schule verbracht habe, hat mein Leben auf vielfältige Weise bereichert und geprägt. In den kommenden Zeilen möchte ich Ihnen einen Einblick geben. 
 
Eine Mädchenschule schafft ein Bildungsumfeld, das nicht nur die kognitive Entwicklung junger Frauen fördert, sondern auch ihre persönliche Entfaltung unterstützt. Hier gedeiht eine Atmosphäre der Solidarität und des sozialen Engagements, welche den Schülerinnen Raum bietet, um Selbstvertrauen, Empowerment (im Sinne von Selbstbestärkung, Selbstermächtigung) und soziale Kompetenzen zu kultivieren. Diese Fähigkeiten sind in der heutigen Gesellschaft von unschätzbarem Wert.
 
Der große Vorteil von Mädchenschulen
 
Ein erheblicher Vorteil einer Mädchenschule liegt in der Abwesenheit von Geschlechterklischees und Stereotypen, soll heißen, vereinfachenden Vorstellungsbildern im Lernprozess. Die Schülerinnen genießen die Freiheit, ihre Interessen und Talente zu verfolgen, ohne sich den Erwartungen zu unterwerfen, die oft mit koedukativem Unterricht einhergehen. Dies fördert ein gesundes Selbstbewusstsein und ermutigt die Schülerinnen, in sämtlichen Bereichen ihre Fähigkeiten erfolgreich zu entfalten. 
 
Eine junge Frau mit vielen Talenten und klaren Botschaften: Kiana Taiari legte 2023 ihr Abitur an den Klosterschulen Offenburg ab.
 
Während meiner Schulzeit entwickelte ich ein immer tieferes Interesse an der Zauberkunst. Mit der Zeit erreichte ich ein professionelles Niveau, das mir nationale Anerkennung und sogar Preise einbrachte.  In den letzten beiden Schuljahren fasste ich den Entschluss, meine Begeisterung und mein Können weiterzugeben. Mit tatkräftiger Unterstützung meiner Schule gründete ich eine Zauber-AG (Arbeitsgemeinschaft während der unterrichtsfreien Zeit), die nicht nur meinen eigenen Erfahrungsschatz weitergab, sondern auch anderen jungen Frauen die Möglichkeit bot, ihre eigenen Talente zu entdecken und zu entfalten. Dieses Projekt eröffnete einen Raum, in dem nicht nur die Geheimnisse der Magie erforscht wurden, sondern auch das Selbstvertrauen und die Fähigkeiten junger Frauen gestärkt.
 
Die Schulzeit an einem Mädchengymnasium offenbarte sich für mich als eine Phase der intellektuellen Entfaltung und experimentellen Erkundung. In diesen Jahren erinnere ich mich an Projekte, die uns die Freiheit gewährten, tief in Bereiche einzutauchen, die unser individuelles Interesse weckten – sei es in Literatur und Wissenschaft, in der Kunst oder sogar im Sport. Unsere Schule bot uns die Möglichkeit, unsere Leidenschaften zu erforschen und zu vertiefen. In diesem Zusammenhang möchte ich dem damaligen Schulleiter der Klosterschulen, Herrn Arens, meinen tiefsten Dank aussprechen, der es mir ermöglichte, ein außergewöhnliches Schulpraktikum beim Weltmeister der Großillusionen, Julius Frack, zu absolvieren. Diese einzigartige Erfahrung war keinesfalls selbstverständlich, und ich bin zutiefst dankbar für das unermüdliche Engagement der Schulleitung, die sich mit Vehemenz für meine Teilnahme eingesetzt hat.
 
Mädchenschulen sind auch ein wichtiger Schutzraum
 
Kiana Taiari gilt als eine der besten Nachwuchszauberkünstlerinnen in Deutschland.
Unter der Anleitung von Julius Frack hatte ich die Möglichkeit, meine Fertigkeiten auf dem Gebiet der Zauberkunst weiterzuentwickeln und von einem der Giganten dieses Kunstformats zu lernen. Diese tief gehende Erfahrung hat mein Denken und Handeln nachhaltig geprägt und mir klargemacht, dass Erfolg in der Zauberkunst und in sämtlichen anderen Lebensbereichen, ungeachtet einschränkender Geschlechterstereotypen, durch unerschütterliche Leidenschaft, Entschlossenheit und die Bereitschaft, gegen den Strom zu schwimmen, erreichbar ist. Sie hat mich gelehrt, Hindernisse zu überwinden und meinen Träumen unbeirrt nachzujagen.
 
Des Weiteren bietet die Mädchenschule den Schülerinnen nicht nur eine herausragende Bildung und die Möglichkeit zur Entfaltung ihrer Interessen, sondern sie fungiert auch als ein wichtiger Schutzraum. So haben sie die Möglichkeit, sich mit wichtigen Themen auseinanderzusetzen, darunter soziale Gerechtigkeit, Geschlechtergleichstellung und Empowerment. Schülerinnen können hier lernen, wie sie sich in der Welt behaupten können, ohne aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt zu werden. Sie erhalten die Werkzeuge, um Vorurteile zu überwinden und aktiv zur Veränderung beizutragen.
 
Die Schule bietet zudem eine unterstützende Gemeinschaft, in der Schülerinnen sich gegenseitig ermutigen und stärken. Dieser Zusammenhalt kann dazu beitragen, Selbstvertrauen und Resilienz zu stärken. Die Mädchenschule ist somit nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Raum des Schutzes, der Unterstützung und der individuellen Entfaltung.  Bemerkenswert sind außerdem die enge Gemeinschaft und der Zusammenhalt unter den Schülerinnen einer Mädchenschule. Während meiner Schulzeit knüpfte ich Freundschaften, die bis heute Bestand haben. Die Unterstützung meiner Mitschülerinnen und die Möglichkeit, gemeinsam Herausforderungen zu bewältigen, prägten mich und gaben mir Selbstvertrauen.
 
Glaubt an euch selbst
 
In meinem persönlichen Erfahrungsschatz hat die Mädchenschule also eine wichtige Rolle gespielt. Sie hat mir nicht nur eine erstklassige Bildung vermittelt, sondern auch den Raum und die Unterstützung gegeben, um meine Interessen zu verfolgen und meine Persönlichkeit zu formen.
 
Heute stehe ich hier als Deutschlands beste Nachwuchszauberkünstlerin und zaubere im besten Freizeitpark weltweit – dem Europa-Park. Meine Botschaft an junge Frauen lautet: Glaubt an euch selbst, verfolgt eure Leidenschaften und lasst euch nicht von gesellschaftlichen Erwartungen aufhalten. Die Magie liegt in jeder und jedem von uns, unabhängig von unserem Geschlecht.
 
Info Mädchenschulen:
In Trägerschaft der diözesanen Schulstiftung Freiburg sind mehrere Mädchenschulen:
  • St. Ursula Gymnasium, Freiburg, Mädchengymnasium mit Nachmittagsbetreuung
  • St. Ursula Schulen, Freiburg-Wiehre, Berufliches Gymnasium für Mädchen, Mädchenrealschule mit Nachmittagsbetreuung
  • St. Raphael Schulen, Heidelberg,  Mädchenrealschule
  • St.-Dominikus-Gymnasium,  Karlsruhe, Mädchengymnasium mit Nachmittagsbetreuung
  • Klosterschulen Unserer Lieben Frau, Offenburg, Mädchengymnasium, Mädchenrealschule, Aufbaugymnasium ab Klasse 7, Nachmittagsbetreuung
  • Heimschule Kloster Wald, Gymnasium und Internat, Nachmittagsbetreuung, Angebot einer handwerklichen Ausbildung bis zum Gesellenbrief