Sorgsamer Umgang mit den Kirchensteuern

16.12.2025 | Die Erzdiözese Freiburg verabschiedet den Haushalt für 2026 

Es ist ein „normaler“ Vorgang, aber unter den gegebenen Umständen auch ein besonderer Schritt: Die Kirchensteuervertretung der Erzdiözese Freiburg hat am Wochenende den Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet und damit den ersten Haushalt für die neue Pfarreistruktur.

inkende Kirchensteuereinnahmen stellen das Erzbistum vor finanzielle Herausforderungen, dennoch sollen zentrale kirchliche Aufgaben und die Arbeit in den Pfarreien nachhaltig gesichert bleiben.
 
Erwartungsgemäß gehen die Planungen von deutlich sinkenden Einnahmen aus der Kirchensteuer aus. Wie das Ordinariat mitteilte, weist das Erzbistum für 2026 Erträge von rund 622 Millionen Euro aus, hinzu kommt ein Finanzergebnis von 53 Millionen Euro. Dem stehen Aufwendungen von etwa 681 Millionen Euro gegenüber. Das daraus resultierende rechnerische Defizit von sieben Millionen Euro kann aus Rücklagen ausgeglichen werden.
 
Die Kirchensteuereinnahmen sinken gegenüber dem Vorjahr spürbar: Für 2026 werden 521,1 Millionen Euro erwartet, nach 586,1 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2025. Dieser Rückgang ist Ausdruck langfristiger Entwicklungen, die sich in Mitgliederzahlen und gesellschaftlichen Trends zeigen. Zudem trägt die prognostizierte Wirtschaftsentwicklung zum Rückgang der Einnahmen bei. Generalvikar Christoph Neubrand betonte, dass die Erzdiözese dennoch „zukunftssicher gestalten und zugleich verlässlich bleiben“ wolle. Die kommenden Jahre würden verstärkt von Konsolidierung geprägt sein; dennoch bleibe das Ziel, die zentralen kirchlichen Aufgaben nachhaltig zu sichern.
 
Wie schon in der Vergangenheit fließe ein wesentlicher Teil des Haushalts in die kirchliche Arbeit „vor Ort“, also zu den Pfarreien, die mit rund 245 Millionen Euro fast die Hälfte des Kirchensteuernettoeinkommens erhalten. „Die großen inhaltlichen Schwerpunkte des Haushalts orientieren sich an der Diözesanstrategie“, heißt es. Besonders wichtig sei der Erhalt der Gestaltungsfähigkeit der Pfarreien, so Professor Annette Bernards, die Vorsitzende der Kirchensteuervertretung.
 
Auch die Bildungsarbeit soll mit hohen Gesamtaufwendungen weiterhin im Fokus stehen – von Schulen über die Erwachsenenbildung bis zur Hochschulpastoral, ebenso der sozial-caritative Auftrag, für den die Erzdiözese bereits in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel bereitgestellt hat. Parallel dazu wird der ökologische Kurs der Erzdiözese fortgeführt.
 
Der größte Ausgabenblock bleibt laut Ordinariat der Personalbereich, der 2026 mit Löhnen und Gehältern in Höhe von 195,9 Millionen Euro sowie Sozialabgaben und Aufwendungen für die Altersversorgung von 67,4 Millionen Euro veranschlagt ist. Insgesamt belaufen sich die Personalkosten damit auf über 263 Millionen Euro. „Sie bilden die Grundlage für die vielfältigen Dienste, die von den Mitarbeitenden in Pastoral, Caritas, Bildung und Verwaltung erbracht werden“, heißt es in der Mitteilung des Ordinariats, die zudem auf das wichtige Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher verweist: „ Sie geben der Kirche ein Gesicht vor Ort und tragen wesentlich dazu bei, dass Seelsorge, Bildung und Caritas lebendig bleiben.“
 
Das Ordinariat weist bereits jetzt darauf hin, dass die Erzdiözese aufgrund struktureller Einnahmerückgänge zukünftig „ihre Priorisierungen weiter schärfen“ muss. „Unsere Mitglieder erwarten, dass wir mit ihren Kirchensteuern sorgsam umgehen", so Annette Bernards, "und damit Dinge ermöglichen, die für die Gesellschaft wertvoll sind“.
 
Konradsblatt