Kompromiss im Streit: Koffler bleibt in Baden-Baden

07.04.2025 |

Im Konflikt um den vom Erzbischöflichen Ordinariat in Freiburg angeordneten Abzug von Pfarradministrator Matthias Koffler als Leiter der Seelsorgeeinheit Baden-Baden hat sich eine Lösung ergeben. Das Erzbistum Freiburg teilte am Donnerstag mit, dass Koffler künftig ein neues Amt als Rektor der Autobahnkirche Baden-Baden wahrnehmen wird. Vorausgegangen waren Gespräche zwischen dem Pfarrer und der Bistumsleitung.

Die Autobahnkirche St. Christophorus in Baden-Baden.
Die Autobahnkirche St. Christophorus in Baden-Baden.
 

Kontroverse Fastnachtspredigt: Pfarrer Koffler im Zentrum eines Streits in Baden-Baden

 
Der Streit um Pfarrer Koffler hatte in den letzten Wochen weit über Baden-Baden hinaus für Aufsehen gesorgt und ein außergewöhnliches mediales Echo erfahren. Unmittelbarer Anlass für die Entscheidung des Ordinariats, den Seelsorger abzuziehen, war eine gereimte Fastnachtspredigt, in der sich Koffler despektierlich über seine Gegner geäußert hatte. Letztere stießen sich unter anderem aber auch an dessen unkonventionellem Auftreten und Eigenheiten in der liturgischen Praxis. Eine breite Mehrheit der Gläubigen in der Seelsorgeeinheit hatte sich indes hinter ihren Pfarrer gestellt und unter anderem mit Kundgebungen und einer Unterschriftenaktion für dessen Verbleib eingesetzt.
 

Sympathiekundgebung und Abendgebet für Matthias Koffler

 
Pfarrer Matthias Koffler
So kamen auch am vergangenen Freitag rund 150 Gläubige vor der Baden-Badener Bernharduskirche zu einem weiteren „Abendgebet in Solidarität“ zusammen, das ungeachtet der tags zuvor verkündeten Entscheidung vom Unmut über das Vorgehen des Ordinariats geprägt war. Dabei ergriff auch Pfarrer Koffler selbst das Wort. Seine Versetzung als Rektor an die Autobahnkirche nannte er einen „hilflosen Kompromiss“, für den er allerdings dankbar sei, denn er ermögliche ihm, „als Priester weiterzumachen.“ Koffler sprach seine große Enttäuschung an, „über Personen in Freiburg und in Baden-Baden“. Der Satz „für Sie gibt es keine Zukunft in Baden-Baden“, habe ihn vor drei Wochen tief getroffen und viel zerstört. Mit diesem Satz habe man ihn selbst und sieben Gemeinden in Baden-Baden „in die Katastrophe geschickt“. Es sei „unermesslicher Schaden entstanden in Gemeinden und bei Menschen, bei Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen, aber auch „Imageschaden für die römisch-katholische Kirche.“


Die Autobahnkirche St. Christophorus – ein besonderer Ort an der A5

 
Die Autobahnkirche St. Christophorus wird im Blick auf Matthias Koffler zu einem eigenständigen kirchlichen Ort, herausgelöst aus der Struktur der künftigen neuen Pfarrei Baden-Baden. Das 1978 eingeweihte, vom Architekten Friedrich Zwingmann entworfene und von Emil Wachter künstlerisch gestaltete, zeltförmige Gotteshaus zählt seit jeher zu den besonderen kirchlichen Orten im Erzbistum Freiburg. Unmittelbar beim Rasthof Baden-Baden an der viel befahrenen A5 gelegen, gehört sie aktuell noch zur Kirchengemeinde Baden-Baden-Oos und dort zur Pfarrgemeinde St. Katharina Sandweier. Neben regulären Sonntagsgottesdiensten finden dort auch Wortgottes-Feiern, Taizé-Gebete und kontemplativ geprägte Andachten statt, ebenso gab es auch Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen. Großen Anklang, auch und gerade bei jüngeren Menschen, findet dort seit vielen Jahren die Feier der Osternacht.
 
PM/KBL


Kommentare

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23.02.2026 12:09 - Uwe Pößel

Narrenmesse in der Autobahnkirche

Ich war am 15.02.2026 in der Autobahnkirche St. Christophorus zur Narrenmesse mit Pfarrer Matthias Koffler. Die Kirche war brechend voll und es war eine tolle Predigt und fröhliche Atmosphäre.
Diesen sehr beliebten Pfarrer wegen einer Denunziantin zwangsweise an die Autobahn zu versetzen... sehr schade.
Mit freundlichen Grüßen, Uwe Pößel


06.04.2025 11:30 - Martin Herter

Fauler Kompromiss

Der gefundene Kompromiss scheint nur vordergründig gelungen, gibt es doch vermeintlich viele Profiteure: Matthias Koffler "darf" in Baden-Baden bleiben und erhält ein auf ihn zugeschnittenes Betätigungsfeld mit großem gestalterischem Freiraum, die konservative Minderheit in der Gemeinde um "Madame Wichtig" hat ihren "bunten Paradiesvogel" endlich los, Dekan Seiser kann in das begehrte freigewordene Pfarrhaus einziehen, das Ordinariat wird sich feiern lassen ob seiner Großmut und Großzügigkeit. Die großen Verlierer bleiben die Menschen der Seelsorgeeinheit Baden-Baden, denen - ohne Not - das Herz ihrer Gemeinschaft, ihr Pfarrer und Mitbruder genommen wird, ihr Seel-Sorger im besten Sinne, ihr Motivator, Verkünder. Ein herber Verlust mit bitterem Beigeschmack!!!


04.04.2025 14:08 - Gertrud Rettig

Ein schmerzhafter Kompromiss

Für Pfarrer Koffler ist der Wechsel genauso schmerzhaft wie für die Gemeinden, denn er muss vieles aufgeben, was ihm ans Herz gewachsen ist.


03.04.2025 22:55 - Gertrud Rettig

Kompromiss?

Verlierer sind die Gemeinden der Seelsorgeeinheit Baden-Baden und vor allem die Kinder und Jugendlichen. Barmherzig sein wäre die richtige Wahl gewesen. Jetzt hoffe ich auf Frieden.


03.04.2025 19:34 - Martin Králik

Kein Kompromiss sondern Erzwungen

Ohne Worte, Der Text entspricht nicht der Wahrheit! Es gab auch keinen Streit.
Die Herren Hauser und Seiser, mit Hilfe von Lohs und Lammert, haben Herrn Koffler abgesägt.