Bundespräsident: Hass und Gewalt dürfen nicht letztes Wort haben

24.12.2024 |

Dunkler Schatten über Weihnachten: Steinmeier appelliert an die Bürger. Der Bundespräsident ruft in seiner Weihnachtsansprache zu Zusammenhalt, Mut und Tatkraft in einer Zeit der Unruhe auf.

Der Anschlag von Magdeburg liegt laut Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als "dunkler Schatten" über diesem Weihnachtfest. "Viele werden aufgewühlt, verunsichert sein, vielleicht auch Angst haben. All diese Gefühle sind verständlich. Aber sie dürfen uns nicht beherrschen, und sie dürfen uns nicht lähmen", appellierte er in seiner Weihnachtsansprache an die Bürgerinnen und Bürger. "Hass und Gewalt dürfen nicht das letzte Wort haben. Lassen wir uns nicht auseinandertreiben." Jetzt komme es auf Zusammenhalt an.
 
Kerzen, Blumen und Botschaften liegen auf den Treppen vor der Johanniskirche in Magdeburg, nachdem am Freitagabend ein Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt verübt worden ist. Auf einem Karton steht: "Wir lassen uns nicht einschüchtern!"
 
"Unsere Gedanken, unser tiefes Mitgefühl gelten heute den Angehörigen und Freunden der Menschen, die der Täter auf so grausame Weise getötet hat", so Steinmeier. "Wir können nur erahnen, was sie durchmachen, welche Qualen sie erleiden. Nichts mehr ist in ihrem Leben wie zuvor." Sie seien aber mit ihrem Schmerz nicht allein: "Die Menschen überall in unserem Land fühlen und trauern mit Ihnen." Der Bundespräsident wünschte zudem den Verletzten eine gute Genesung und dankte den Einsatzkräften und Ersthelfern. Bei dem Anschlag am Freitagabend wurden fünf Menschen getötet und über 200 teils schwer verletzt, als ein Mann mit einem Auto in den Magdeburger Weihnachtsmarkt fuhr.
 
Herausforderungen nicht wie Geschenke umtauschbar
 
Darüber hinaus konstatierte Steinmeier viel Unzufriedenheit über Politik, Wirtschaft, Bürokratie und Ungerechtigkeiten im Land. "Es gibt viele Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Wir können sie nicht umtauschen wie Geschenke, die uns nicht gefallen", so der Bundespräsident. "Wir müssen offen aussprechen, was schlecht läuft, was in unserem Land nicht so funktioniert, wie es funktionieren könnte und sollte."
 
Er sei aber überzeugt: "Gemeinsinn und Tatkraft, Ideenreichtum und Fleiß, Mut und Ehrgeiz, nicht zuletzt Vertrauen in uns selbst! All das ist doch bei uns nicht verloren gegangen, all das ist doch lebendig." Und es werde immer wieder Wege in die Zukunft neu öffnen.
 
KNA