Acutis und Frassati: Zwei neue Heilige

09.09.2025 |

 
Zwei moderne Heilige hat Papst Leo XIV. bei seiner ersten Heiligsprechungsfeier geschaffen. Mit Carlo Acutis, dem "Influencer Gottes", und Pier Giorgio Frassati gibt es nun neue Vorbilder für die katholische Jugend.

Papst Leo XIV. spricht Pier Giorgio Frassati und Carlo Acutis auf dem Petersplatz heilig – feierliche Messe vor 100.000 Gläubigen.
 
Papst Leo XIV. hat den "Freund der Armen" Pier Giorgio Frassati (1901-1925) und den als "Influencer Gottes" bezeichneten Carlo Acutis (1991-2006) heiliggesprochen. Der feierliche Akt erfolgte am Sonntagmorgen im Rahmen eines Gottesdienstes auf dem Petersplatz mit einer lateinischen Formel, die der Papst verkündete. An der Feier nahmen etwa 100.000 Menschen teil, darunter viele Jüngere, die meisten von ihnen aus Italien.
Die jung gestorbenen Italiener Frassati und Acutis haben in ihrer Heimat und in anderen Ländern zahlreiche Bewunderer. Zu der Messfeier waren mehr als 300 Bischöfe und Kardinäle sowie 1.700 Priester gekommen. Auch Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella war anwesend.
 
Papst Leo XIV. nutzte die erste Heiligsprechungsfeier seit seiner Wahl, um junge Menschen dazu aufzurufen, ihr Leben nicht zu vergeuden, sondern es auf Gott hin auszurichten. Wie die beiden neuen Heiligen sollten sie Gott und die aktive Nächstenliebe ins Zentrum ihres Lebens stellen.
 
Neue Heilige mit alten Tugenden
 
Der Papst betonte, dass für die beiden neuen Heiligen der häufige Empfang der Eucharistie und des Bußsakraments besonders wichtig gewesen seien. Von beiden könne man eine alltägliche Form der Heiligkeit lernen, die Papst Franziskus als die "Heiligkeit von nebenan" bezeichnet hatte.
Frassati und Acutis pflegten nach den Worten von Leo XIV. "ihre Liebe zu Gott und zu ihren Brüdern und Schwestern mit einfachen Mitteln, die allen zugänglich sind: die tägliche Heilige Messe, das Gebet und insbesondere die Eucharistische Anbetung".
 
Leo XIV. ging in seiner Predigt mit keinem Wort auf die Acutis zugeschriebenen und von manchen kritisierten Missions-Aktivitäten im Internet ein. Sie hatten ihm in Medien den Beinamen "Influencer Gottes" eingebracht. Stattdessen sagte er: "Er verband als Kind und Jugendlicher ganz natürlich Gebet, Sport, Lernen und Nächstenliebe miteinander."
 
Ludwig Ring-Eifel