Bischof Bätzing hält an Segen für homosexuelle Paare fest
23.09.2025 |
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sieht keinen Grund, den Umgang mit homosexuellen Paaren in der Kirche zu verändern.
Bischof Bätzing hält an der Segens-Handreichung für gleichgeschlechtliche Paare fest – trotz Kritik von Papst Leo XIV.
Die vor Kurzem als Orientierungshilfe für Segnungen von gleichgeschlechtlichen Paaren veröffentlichte Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ werde nicht zurückgenommen, betonte Bätzing zum Auftakt der Vollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda. Das Papier sei in enger Abstimmung mit der vatikanischen Behörde für die Glaubenslehre erarbeitet worden, so der Bischof von Limburg.
In der vergangenen Woche hatte sich allerdings Papst Leo XIV. gegen eine Änderung der kirchlichen Sexuallehre und gegen kirchliche Segensfeiern für Homosexuelle ausgesprochen. In einem Interview des US-Portals «Crux» sagte der Papst, er wolle wie sein Vorgänger Franziskus jeden Menschen unabhängig von seiner Identität willkommen heißen. Die in manchen Ländern „in Nordeuropa veröffentlichten Segensrituale für 'Menschen, die einander lieben'“ verstießen jedoch „eindeutig gegen das von Papst Franziskus genehmigte Dokument Fiducia supplicans“, so Leo XIV. weiter. In diesem Dokument hatte der Vatikan Ende 2023 die Segnung von Menschen in homosexuellen Partnerschaften erstmals überhaupt erlaubt. Zugleich betont das Dokument, dass es sich dabei nicht um feierliche Segnungen wie bei einer Ehe von Mann und Frau handeln dürfe.
Der neue Papst sei keine Kopie seines Vorgängers Franziskus, sagte Bätzing. Er gehe davon aus, dass die Gespräche über die Zukunft der Kirche in ähnlicher Weise wie unter Franziskus fortgesetzt werden könnten. Leo XIV. hege eine große Sympathie für Deutschland, fügte der Bischofskonferenz-Vorsitzende hinzu. Und unter deutschen Katholiken sei das Interesse an dem neuen Papst groß. „Wir sind sehr, sehr dankbar dafür, das Papst Leo die Verantwortung für die Weltkirche übernommen hat.“