Unbeirrbar und radikal
10.04.2024 |
Nun steht fest, dass dies nicht der Fall ist. Im Gegenteil. Max Josef Metzgers Hinrichtung durch die Nationalsozialisten in Berlin am 17. April 1944, also vor genau 80 Jahren, wurde jetzt von der zuständigen Kommission im Vatikan eindeutig als Märtyrertod anerkannt. Endlich, so sagen gerade diejenigen im Erzbistum Freiburg, die sich über Jahre und Jahrzehnte ausführlich mit dem Leben, der Person und dem Denken Metzgers befasst haben.
Aus dieser Haltung ergab sich sein vielfältiges Engagement – sei es für den Frieden, für die verelendeten und suchtkranken Arbeiter, für die Ökumene. Ebenso die Gründung der Christkönigsgesellschaft, einer Art Säkularinstitut, dessen Mitglieder meist in ihrem angestammten Umfeld versuchten, das Reich Gottes erfahrbar zu machen. Über allem ist es wohl diese Unbeirrbarkeit und Radikalität, die Max Josef Metzger gerade heute als ebenso herausfordernde wie inspirierende Person erscheinen lässt.
Max Josef Metzger handelte aus seinem Verständnis des Evangeliums.
Das seit 2006 laufende Seligsprechungsverfahren für den aus Schopfheim stammenden Priester und Friedensaktivisten Max Josef Metzger war in der kirchlichen Öffentlichkeit zuletzt eher in den Hintergrund getreten.
Sicher auch deshalb, weil es durch gewichtige aktuelle Themen und Fragen überlagert wurde. Aber auch die scheinbar allzu lange Dauer des Prozesses trug dazu bei, dass das Interesse an diesem für das Erzbistum an sich gewichtigen Verfahren etwas nachließ. Bis dahin, dass manche vermuteten, es könnte schwerer wiegende Einwände gegen die Seligsprechung Metzgers geben, sodass diese möglicherweise gar nicht zustande kommen würde.
Nun steht fest, dass dies nicht der Fall ist. Im Gegenteil. Max Josef Metzgers Hinrichtung durch die Nationalsozialisten in Berlin am 17. April 1944, also vor genau 80 Jahren, wurde jetzt von der zuständigen Kommission im Vatikan eindeutig als Märtyrertod anerkannt. Endlich, so sagen gerade diejenigen im Erzbistum Freiburg, die sich über Jahre und Jahrzehnte ausführlich mit dem Leben, der Person und dem Denken Metzgers befasst haben.
Angesichts der von Gewalt und Kriegen geprägten Gegenwart ist es richtig und wichtig, Max Josef Metzgers unermüdliches Engagement für den Frieden herauszustellen und als Vorbild zu benennen, so wie dies auch Erzbischof Stephan Burger in seiner ersten Reaktion getan hat. Darüber hinaus sollte die bevorstehende Seligsprechung des Märtyrers aus Schopfheim aber auch Anlass sein, noch tiefer zu graben und den ganzen Weg in den Blick zu nehmen, den Metzger ab 1915 nach seinen ebenso furchtbaren wie prägenden Erfahrungen als Feldgeistlicher im Ersten Weltkrieg ging. Ganz grundsätzlich lässt sich feststellen: Der 1911 in St. Peter geweihte Priester versuchte all das umzusetzen und konsequent zu leben, was er nach und nach vom Evangelium verstanden hatte.
Aus dieser Haltung ergab sich sein vielfältiges Engagement – sei es für den Frieden, für die verelendeten und suchtkranken Arbeiter, für die Ökumene. Ebenso die Gründung der Christkönigsgesellschaft, einer Art Säkularinstitut, dessen Mitglieder meist in ihrem angestammten Umfeld versuchten, das Reich Gottes erfahrbar zu machen. Über allem ist es wohl diese Unbeirrbarkeit und Radikalität, die Max Josef Metzger gerade heute als ebenso herausfordernde wie inspirierende Person erscheinen lässt.
Michael Winter