Zuspruch
03.06.2024 |
Mit ihren vielfältigen Aufgaben ist die katholische Kirche ein relevanter Akteur im Miteinander der Menschen. Selbst im viel beschriebenen Kleinerwerden strahlt sie noch millionenfach in die Gesellschaft hinein. Dabei ist sie so leicht nicht zu fassen: Die katholische Kirche ist mehr als die verfasste Kirche, sie lässt sich nicht allein durch „Rom gesteuert“ beschreiben, nicht nur durch Statements der deutschen Bischöfe verstehen und auch nicht durch die Akteure des Reformdialogs. Sie ist weit mehr als das: eine große Zahl beseelter Menschen, die sich vielfältig für das Zusammenleben engagieren. Wenn es diese Kirchenstrukturen nicht gäbe, wäre die Gesellschaft nicht nur um ein vielfaches ärmer, sie wäre sogar in ihrem Bestand gefährdet. Denn Christinnen und Christen stützen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit durch Verlässlichkeit und sie verleihen der Zivilgesellschaft ein empathisches Gesicht. Das muss jedem klar sein und Erfurt hat gezeigt: Vielen ist es klar. Anders ließe sich der vielfache Zuspruch nicht erklären, der von den Spitzen der Politik über die oft selbstzweiflerischen Kirchenmitglieder geradezu hereinprasselte. In der Politik hat man ein feines Gespür für den gewaltigen Umbruch, die Herausforderungen durch Populisten und Polarisierer, und man weiß zu schätzen, dass es Partner gibt, die stabilisierend zu wirken verstehen.
Vielleicht liegt ja da künftig eine neue Rolle für Kirchentage: Dass sie Räume öffnen, in denen das Nachdenken über die Zukunft unseres Zusammenlebens intensiv und ernsthaft diskutiert wird – aber eben auch mit der religiösen Dimension, die viele der Aufgeregtheiten abzumildern versteht. Stimmige Instrumente hat eine Kirche zu bieten, die 2000 Jahre Geistesgeschichte geformt hat. Wohlgemerkt: Sie wird vielleicht weniger als bislang die Lösungen für die weltlichen Fragen vorgeben. Aber sie kann für das entscheidende Innehalten im Streit sorgen, für die Zäsur, die Lösungen eröffnet. Übrigens am besten in ökumenischer Gemeinschaft. Denn auch das hat Erfurt gezeigt: Gemeinsam geht vieles besser.
Der Katholikentag hat gezeigt, wie wichtig Kirche für die Gesellschaft ist
Wird das noch benötigt oder kann das auch weg? In einer Zeit, in der vieles in der Kirche auf den Prüfstand kommt, darf man auch das große Katholikentreffen hinterfragen, das alle zwei Jahre mit viel Aufwand und viel Geld in Szene gesetzt wird. Noch zeitgemäß? Noch nutzenstiftend? Noch gefragt? Nach der selbst verordneten Schrumpfkur des Katholikentags war die Frage berechtigter als zuvor – aber am Ende dieses „Katholikentags mit evangelischer Unterstützung“ darf man beherzt konstatieren: Ja, es macht Sinn, dieses Christentreffen.
Mit ihren vielfältigen Aufgaben ist die katholische Kirche ein relevanter Akteur im Miteinander der Menschen. Selbst im viel beschriebenen Kleinerwerden strahlt sie noch millionenfach in die Gesellschaft hinein. Dabei ist sie so leicht nicht zu fassen: Die katholische Kirche ist mehr als die verfasste Kirche, sie lässt sich nicht allein durch „Rom gesteuert“ beschreiben, nicht nur durch Statements der deutschen Bischöfe verstehen und auch nicht durch die Akteure des Reformdialogs. Sie ist weit mehr als das: eine große Zahl beseelter Menschen, die sich vielfältig für das Zusammenleben engagieren. Wenn es diese Kirchenstrukturen nicht gäbe, wäre die Gesellschaft nicht nur um ein vielfaches ärmer, sie wäre sogar in ihrem Bestand gefährdet. Denn Christinnen und Christen stützen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit durch Verlässlichkeit und sie verleihen der Zivilgesellschaft ein empathisches Gesicht. Das muss jedem klar sein und Erfurt hat gezeigt: Vielen ist es klar. Anders ließe sich der vielfache Zuspruch nicht erklären, der von den Spitzen der Politik über die oft selbstzweiflerischen Kirchenmitglieder geradezu hereinprasselte. In der Politik hat man ein feines Gespür für den gewaltigen Umbruch, die Herausforderungen durch Populisten und Polarisierer, und man weiß zu schätzen, dass es Partner gibt, die stabilisierend zu wirken verstehen.
Vielleicht liegt ja da künftig eine neue Rolle für Kirchentage: Dass sie Räume öffnen, in denen das Nachdenken über die Zukunft unseres Zusammenlebens intensiv und ernsthaft diskutiert wird – aber eben auch mit der religiösen Dimension, die viele der Aufgeregtheiten abzumildern versteht. Stimmige Instrumente hat eine Kirche zu bieten, die 2000 Jahre Geistesgeschichte geformt hat. Wohlgemerkt: Sie wird vielleicht weniger als bislang die Lösungen für die weltlichen Fragen vorgeben. Aber sie kann für das entscheidende Innehalten im Streit sorgen, für die Zäsur, die Lösungen eröffnet. Übrigens am besten in ökumenischer Gemeinschaft. Denn auch das hat Erfurt gezeigt: Gemeinsam geht vieles besser.
Klaus Gaßner