Leidenschaftlich
11.03.2024 |
Zum wiederholten Male war die Messe in Karlsruhe bereits Austragungsort dieses Kongresses. Und angenommen, ein Katholik aus dem Erzbistum Freiburg wäre dorthin „gebeamt“ worden, wäre ganz unbedarft durch das Foyer und die Hallen gewandelt, und hätte die Menschen betrachtet, ohne zu wissen, um was für eine Veranstaltung es sich handelt, – er hätte kaum auf eine Versammlung von Christen getippt. Erstens wegen der bloßen Zahl der Teilnehmenden: Rund 7000 waren es nach Angaben der Veranstalter. Zweitens aber auch wegen des Altersdurchschnitts. Die meisten Kongressbesucher würden im katholischen Umfeld locker als „junge Erwachsene“ durchgehen. Und noch etwas kommt dazu: eine ungewöhnliche Leidenschaft für die Sache, für die sie arbeiten und die sich leicht auf den Punkt bringen lässt – Gott und den Aufbau ihrer Gemeinden.
Apropos: Die Krisen und Erschütterungen der letzten Jahre sind auch an den freien evangelischen Gemeinden nicht spurlos vorübergegangen. Inhaltlich ist der Kongress stark geprägt von der Suche nach neuen Wegen in veränderten Zeiten. Aber nach wie vor gilt in dieser Szene unumstößlich die paradox anmutende Grundüberzeugung, die sich die Willow-Creek-Bewegung weltweit auf die Fahnen geschrieben hat: „The local church is the hope of the world“ – „Die Kirche am Ort ist die Hoffnung der Welt“. Schade, dass einmal mehr nur wenige Katholiken aus dem Erzbistum Freiburg bei dem Kongress waren. Man muss dort nicht alles gut finden, aber lernen ließe sich viel. Gerade auch für die „Kirchenentwicklung“.
Vom Willow-Creek-Kongress können auch Katholiken viel lernen
Alle paar Jahre findet in Deutschland ein Kongress für Leitungskräfte aus freien christlichen Gemeinden statt. Der „Willow-Creek-Leitungskongress“ versammelt Menschen, die verantwortliche Rollen in einer freien evangelischen Gemeinde übernommen haben. Ziel des Kongresses ist es, diese Leitungspersonen spirituell zu stärken und zu inspirieren – durch Vorträge, Lobpreisgesänge, Gebete und nicht zuletzt durch den gegenseitigen Austausch. Zudem geht es auch immer um die Frage des „richtigen“, den Menschen in den meist ziemlich kleinen freien Gemeinden angemessenen Leitungsstils. Nicht überheblich, aber auch nicht kleinmütig soll er sein. Der Name Willow Creek verweist auf eine sehr große Gemeinde in den USA, die mittels solcher Kongresse ihre Erfahrungen und ihr Knowhow auch hierzulande weitergeben will.
Zum wiederholten Male war die Messe in Karlsruhe bereits Austragungsort dieses Kongresses. Und angenommen, ein Katholik aus dem Erzbistum Freiburg wäre dorthin „gebeamt“ worden, wäre ganz unbedarft durch das Foyer und die Hallen gewandelt, und hätte die Menschen betrachtet, ohne zu wissen, um was für eine Veranstaltung es sich handelt, – er hätte kaum auf eine Versammlung von Christen getippt. Erstens wegen der bloßen Zahl der Teilnehmenden: Rund 7000 waren es nach Angaben der Veranstalter. Zweitens aber auch wegen des Altersdurchschnitts. Die meisten Kongressbesucher würden im katholischen Umfeld locker als „junge Erwachsene“ durchgehen. Und noch etwas kommt dazu: eine ungewöhnliche Leidenschaft für die Sache, für die sie arbeiten und die sich leicht auf den Punkt bringen lässt – Gott und den Aufbau ihrer Gemeinden.
Apropos: Die Krisen und Erschütterungen der letzten Jahre sind auch an den freien evangelischen Gemeinden nicht spurlos vorübergegangen. Inhaltlich ist der Kongress stark geprägt von der Suche nach neuen Wegen in veränderten Zeiten. Aber nach wie vor gilt in dieser Szene unumstößlich die paradox anmutende Grundüberzeugung, die sich die Willow-Creek-Bewegung weltweit auf die Fahnen geschrieben hat: „The local church is the hope of the world“ – „Die Kirche am Ort ist die Hoffnung der Welt“. Schade, dass einmal mehr nur wenige Katholiken aus dem Erzbistum Freiburg bei dem Kongress waren. Man muss dort nicht alles gut finden, aber lernen ließe sich viel. Gerade auch für die „Kirchenentwicklung“.
Michael Winter