Zeit für mutige Schritte
07.10.2024 |
Als der Prozess vor drei Jahren startete, wurden Gläubige weltweit befragt, was sie sich von der Kirche wünschen. Das Ergebnis war eindeutig: mehr Einfluss für Frauen. Sie sollten nicht länger in zweiter Reihe stehen, sondern aktiv mitgestalten – auch in den Weiheämtern.
In Rom gilt das Thema in diesen Tagen als Dauerbrenner. Reformgruppen versuchen, den Druck für Veränderungen zu verstärken. Bischof Georg Bätzing sprach sich für die Zulassung von Frauen zum Diakonat aus. Die eigentlichen Debatten um die Gleichberechtigung der Frau in der Kirche werden jedoch hinter verschlossenen Türen, in einer externen Arbeitsgruppe, beraten. So wirkt das Thema fast wie ein Tabu, das man nur ungern anpackt. Dabei fragt man sich auch: Warum hat der Papst eine Synode ins Leben gerufen, die die Kirche weiterentwickeln soll, wenn er gleichzeitig beim Anliegen der Frauen so zögerlich bleibt? Erst kürzlich hatte er in Belgien seine Sicht auf die Rolle der Frau bekräftigt – die nicht den Erwartungen derer entspricht, die auf eine Öffnung hoffen.
Wenn die Kirche nicht bald bereit ist, offener und flexibler zu agieren, sieht die Zukunft düster aus. Die Austrittszahlen zeigen, dass Menschen die Kirche nicht einfach so hinnehmen, wie sie ist. Wie soll man Menschen, auch Gläubige, von einer Institution überzeugen oder begeistern, wenn sie sich dem gesellschaftlichen Wandel verweigert?
Das letzte Wort hat der Papst. Er entscheidet, wie weit die Kirche gehen und sich öffnen wird. Franziskus hat in der Vergangenheit immer wieder Mut zur Veränderung gezeigt. Jetzt ist es an der Zeit, auch im Hinblick auf die Frauenfrage Mut zu beweisen. Ein erster Schritt könnte die Öffnung des Diakonats für Frauen sein – ein Signal, das zeigt, dass die Kirche bereit ist, in kleinen, aber bedeutenden Schritten auf die Erwartungen der Gläubigen einzugehen.
Die Weltsynode sollte nicht mit unverbindlichen Worten enden, sondern konkrete Maßnahmen beschließen, die zeigen, dass die Kirche in der Lage ist, sich zu entwickeln – und den Menschen zuzuhören.
Die Weltsynode in Rom: Moment der Hoffnung oder des Stillstands?
Die Erwartungen an die Weltsynode, deren Abschlussrunde derzeit in Rom tagt, waren hoch. Viele Gläubige hofften auf richtungsweisende Reformen, die die katholische Kirche in die Zukunft führen könnten. Doch Euphorie und Hoffnung scheinen inzwischen verflogen. Denn besonders beim Thema Gleichberechtigung der Frauen in der Kirche hat sich Ernüchterung breitgemacht.
Als der Prozess vor drei Jahren startete, wurden Gläubige weltweit befragt, was sie sich von der Kirche wünschen. Das Ergebnis war eindeutig: mehr Einfluss für Frauen. Sie sollten nicht länger in zweiter Reihe stehen, sondern aktiv mitgestalten – auch in den Weiheämtern.
In Rom gilt das Thema in diesen Tagen als Dauerbrenner. Reformgruppen versuchen, den Druck für Veränderungen zu verstärken. Bischof Georg Bätzing sprach sich für die Zulassung von Frauen zum Diakonat aus. Die eigentlichen Debatten um die Gleichberechtigung der Frau in der Kirche werden jedoch hinter verschlossenen Türen, in einer externen Arbeitsgruppe, beraten. So wirkt das Thema fast wie ein Tabu, das man nur ungern anpackt. Dabei fragt man sich auch: Warum hat der Papst eine Synode ins Leben gerufen, die die Kirche weiterentwickeln soll, wenn er gleichzeitig beim Anliegen der Frauen so zögerlich bleibt? Erst kürzlich hatte er in Belgien seine Sicht auf die Rolle der Frau bekräftigt – die nicht den Erwartungen derer entspricht, die auf eine Öffnung hoffen.
Wenn die Kirche nicht bald bereit ist, offener und flexibler zu agieren, sieht die Zukunft düster aus. Die Austrittszahlen zeigen, dass Menschen die Kirche nicht einfach so hinnehmen, wie sie ist. Wie soll man Menschen, auch Gläubige, von einer Institution überzeugen oder begeistern, wenn sie sich dem gesellschaftlichen Wandel verweigert?
Das letzte Wort hat der Papst. Er entscheidet, wie weit die Kirche gehen und sich öffnen wird. Franziskus hat in der Vergangenheit immer wieder Mut zur Veränderung gezeigt. Jetzt ist es an der Zeit, auch im Hinblick auf die Frauenfrage Mut zu beweisen. Ein erster Schritt könnte die Öffnung des Diakonats für Frauen sein – ein Signal, das zeigt, dass die Kirche bereit ist, in kleinen, aber bedeutenden Schritten auf die Erwartungen der Gläubigen einzugehen.
Die Weltsynode sollte nicht mit unverbindlichen Worten enden, sondern konkrete Maßnahmen beschließen, die zeigen, dass die Kirche in der Lage ist, sich zu entwickeln – und den Menschen zuzuhören.
Yvonne Jarosch