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26.03.2025 |
In solchen Zeiten steigt auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens die Anspannung und damit auch die Gefahr von Missverständnissen, Schuldzuweisungen, Frust, Trauer und Überdruss. Das betrifft wohl nicht nur diejenigen an der kirchlichen Basis, die einer von „oben“ diktierten Entscheidung wütend gegenüberstehen, sondern auch diejenigen, die diese Entscheidung treffen und sich über die Verständnislosigkeit und das Misstrauen von Pfarrgemeinderäten und engagierten Gläubigen ärgern. Klammheimlich, versteht sich. Artikulieren können sie diesen Ärger nicht. Das würde alles nur noch schlimmer machen.
Ganz unabhängig von der Sache, um die es geht: Das Wichtigste in solchen Konfliktsituationen, zumal in Krisenzeiten, ist eine bestmögliche Kommunikation. Siehe die Causa Pfarrer Koffler in Baden-Baden: Von einem Pfarrer wird – zu Recht – erwartet, dass er sein Tun und Reden als Dienst an der Einheit versteht und entsprechend gestaltet. Aber dieser Dienst an der Einheit ist auch dem bischöflichen Amt und den Verantwortlichen auf der Bistumsebene aufgetragen. Und im Zuge dieses Auftrages, kann es angebracht sein – mehr noch – es muss eigentlich zu einer Selbstverständlichkeit werden, ins Auto oder in den Zug zu steigen, um sich vor Ort, real und nicht nur digital, dem Gespräch mit den Beteiligten zu stellen. Möglicherweise inoffiziell und diskret, auf jedem Fall aber rechtzeitig, das heißt: bevor eine möglicherweise umstrittene Entscheidung öffentlich verkündet wird. In dieser Hinsicht scheint es im Erzbistum Freiburg einige „Luft nach oben“ zu geben.
Michael Winter
Unangenehme Entscheidungen bedürfen guter Kommunikation
Konflikte gab es in der Kirche schon immer. Und dass in diesen Zeiten vor allem Brüche zwischen „unten“ und „oben“, also zwischen Leitung und Basis aufbrechen, ist vielleicht gar nicht so überraschend. Denn es sind Krisenzeiten. Alle Beteiligten spüren, dass es extrem eng wird. Personell, finanziell, strukturell und nicht zuletzt im Blick auf die ganz grundsätzliche Frage, ob es noch einmal gelingen kann, dass die Botschaft des Glaubens durchdringen und Resonanz finden kann in einer Gesellschaft, die sich in rasanter Geschwindigkeit, offenbar viel schneller als erwartet, säkularisiert.
In solchen Zeiten steigt auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens die Anspannung und damit auch die Gefahr von Missverständnissen, Schuldzuweisungen, Frust, Trauer und Überdruss. Das betrifft wohl nicht nur diejenigen an der kirchlichen Basis, die einer von „oben“ diktierten Entscheidung wütend gegenüberstehen, sondern auch diejenigen, die diese Entscheidung treffen und sich über die Verständnislosigkeit und das Misstrauen von Pfarrgemeinderäten und engagierten Gläubigen ärgern. Klammheimlich, versteht sich. Artikulieren können sie diesen Ärger nicht. Das würde alles nur noch schlimmer machen.
Ganz unabhängig von der Sache, um die es geht: Das Wichtigste in solchen Konfliktsituationen, zumal in Krisenzeiten, ist eine bestmögliche Kommunikation. Siehe die Causa Pfarrer Koffler in Baden-Baden: Von einem Pfarrer wird – zu Recht – erwartet, dass er sein Tun und Reden als Dienst an der Einheit versteht und entsprechend gestaltet. Aber dieser Dienst an der Einheit ist auch dem bischöflichen Amt und den Verantwortlichen auf der Bistumsebene aufgetragen. Und im Zuge dieses Auftrages, kann es angebracht sein – mehr noch – es muss eigentlich zu einer Selbstverständlichkeit werden, ins Auto oder in den Zug zu steigen, um sich vor Ort, real und nicht nur digital, dem Gespräch mit den Beteiligten zu stellen. Möglicherweise inoffiziell und diskret, auf jedem Fall aber rechtzeitig, das heißt: bevor eine möglicherweise umstrittene Entscheidung öffentlich verkündet wird. In dieser Hinsicht scheint es im Erzbistum Freiburg einige „Luft nach oben“ zu geben.
Michael Winter