Kein Nulltarif
28.04.2026 |
In einer zunehmend säkularen Gesellschaft sind Kirchen für viele nur noch ein schönes Gebäude. Ein Relikt aus voraufklärerischen Tagen, das ab und zu noch an Werte erinnert, die man zu vertreten glaubt. Damit haben Kirchen bereits musealen Charakter, besonders solche, die Touristen anziehen. Ein Eintritt ändert daran nichts.
Der Unterhalt von Kirchen kostet nun einmal. Mit weniger Kirchensteuerzahlern können die Kirchen den Unterhalt nicht mehr alleine leisten. Die Steuermittel, die der Staat für den Denkmalschutz bereitstellen kann, werden geringer, nicht nur wegen der wirtschaftlichen Stagnation.
Die Gesellschaft hat den Anspruch, bedeutsame Kirchen zu erhalten, auch weil sie Teil der Geschichte eines Ortes sind und Identität stiften. Aber an den touristisch genutzten Kirchen nagt nicht nur der Zahn der Zeit. Nein, die schiere Masse an Besuchern sorgt für höhere Kosten, etwa durch mehr Müll und wegzukratzende Kaugummis. Daher sollten Besucher dieser Kirchen auch an den Kosten beteiligt werden.
Aber der Eintrittspreis darf nicht zu hoch sein; Menschen ohne große finanzielle Mittel dürfen vom Besuch nicht ausgeschlossen werden. Dazu gehört, dass der Betrag kostendeckend kalkuliert wird, nicht profitorientiert. Beim Kölner Dom fallen im Jahr sieben bis acht Millionen Euro für den Unterhalt an. Sechs Millionen Besucher könnten diesen Betrag gemeinsam aufbringen.
Wer außerhalb der Gottesdienstzeiten im Dom beten will, kann das in Zukunft nur noch in einem kleinen Teil tun, ohne Eintritt zu bezahlen. Das Staunen über die Kunstschätze entfällt, eine ganz eigene Form des Gebets. Das ist bedauerlich. Aber auch andere Kirchen laden zum Beten ein – weiterhin kostenfrei. Und wem der Dom als Ort des Gebets so sehr am Herzen liegt, wird kein Problem damit haben, einen Beitrag zum Erhalt zu leisten, der über (Kirchen-)Steuerzahlungen hinausgeht. Denn prägende Kirchen im Stadtbild gibt es nicht zum Nulltarif.
Besucherströme sollten für die Besichtigung von Kirchen aufkommen
Eintritt für den Dom? Damit hat das Kölner Domkapitel eine Diskussion entfacht, die ganz grundsätzlich in Frage stellt, wie mit touristisch vielgenutzten Kirchen umgegangen wird. Klar, diese Entscheidung fällt niemandem leicht. Kirchen sind nicht nur Orte des Gottesdienstes, sondern Gebäude, die einen Ort prägen und ihm einen Charakter geben. Das erkennen sogar Menschen an, die nicht gläubig sind.
In einer zunehmend säkularen Gesellschaft sind Kirchen für viele nur noch ein schönes Gebäude. Ein Relikt aus voraufklärerischen Tagen, das ab und zu noch an Werte erinnert, die man zu vertreten glaubt. Damit haben Kirchen bereits musealen Charakter, besonders solche, die Touristen anziehen. Ein Eintritt ändert daran nichts.
Der Unterhalt von Kirchen kostet nun einmal. Mit weniger Kirchensteuerzahlern können die Kirchen den Unterhalt nicht mehr alleine leisten. Die Steuermittel, die der Staat für den Denkmalschutz bereitstellen kann, werden geringer, nicht nur wegen der wirtschaftlichen Stagnation.
Die Gesellschaft hat den Anspruch, bedeutsame Kirchen zu erhalten, auch weil sie Teil der Geschichte eines Ortes sind und Identität stiften. Aber an den touristisch genutzten Kirchen nagt nicht nur der Zahn der Zeit. Nein, die schiere Masse an Besuchern sorgt für höhere Kosten, etwa durch mehr Müll und wegzukratzende Kaugummis. Daher sollten Besucher dieser Kirchen auch an den Kosten beteiligt werden.
Aber der Eintrittspreis darf nicht zu hoch sein; Menschen ohne große finanzielle Mittel dürfen vom Besuch nicht ausgeschlossen werden. Dazu gehört, dass der Betrag kostendeckend kalkuliert wird, nicht profitorientiert. Beim Kölner Dom fallen im Jahr sieben bis acht Millionen Euro für den Unterhalt an. Sechs Millionen Besucher könnten diesen Betrag gemeinsam aufbringen.
Wer außerhalb der Gottesdienstzeiten im Dom beten will, kann das in Zukunft nur noch in einem kleinen Teil tun, ohne Eintritt zu bezahlen. Das Staunen über die Kunstschätze entfällt, eine ganz eigene Form des Gebets. Das ist bedauerlich. Aber auch andere Kirchen laden zum Beten ein – weiterhin kostenfrei. Und wem der Dom als Ort des Gebets so sehr am Herzen liegt, wird kein Problem damit haben, einen Beitrag zum Erhalt zu leisten, der über (Kirchen-)Steuerzahlungen hinausgeht. Denn prägende Kirchen im Stadtbild gibt es nicht zum Nulltarif.
Benedikt Hohl